Roxanne

Roxanne



Aus all der Vergangenheit ausschreitend klatsche ich meine Oyster Card auf die Maschine und werde als Eine unter Billionen gezählt und gehöre dennoch zu der Rechnung am Ende unserer Tage. Unserer aller Bilanzen. Ich tanze mich zur Tube, schnipse ein paar Mal mit meinen Fingern in die Luft und pfeife meinen Ohrwurm „Roxanne“ in die Tiefen der Untererde.

Es pfeift zurück, eine Note des Lebens hält vor mir und ich steige ein. Ich lasse mich bis nach Waterloo summen und tanze mich den langen Wohnzimmerflur entlang zur Bakerloo.
Wo ist mein Echo – Wo bin ich ? Ganz gleich. Denn heute bin ich Londons Echo!

Das Maul der Bakerloo geht auf, ich steige in ihr Gehirn und verschmelze mit Ihrer Seele, wenn ich all euch Reisende so um mich sitzen sehe. Ich stehe immer in der Tube. Schließlich surfe ich durch 100 Jahre alte Geschichten, ich möchte meinen Respekt zeigen, gegenüber den Beatles, The Rolling Stones, Sting. Und meinen freien Platz, den ich nie besetze, er aber meiner wäre, gebe ich frei. Denn ich besetze heute etwas ganz anderes. Das Nachtzelt über mir in der Old Compton Street.

Das Maul geht auf, es geht los. Ich springe hinaus, Piccadilly Circus. 1970, da waren es Springerstiefel, Plattenspieler und schwankende Fahnen. Meine Oyster Card bestätigt das Check Out meiner Existenz. Auf in den nächsten Film.

Ohne Popcorn und ohne Taschentücher stehe ich vor den großen leuchtenden Bildschirmen mit ihrer Coca Cola Werbung. Richtung Westen unterhält sich hinter der lauten Kulisse der Sonnenuntergang mit mir. Im Stillen wünscht er mir, dass ich heute Nacht das Feuer finde, das mich wärmt und meinen suchenden Blick verbrennt. Ich sage, ich weiß nicht wer du bist und warum du mich gerufen hast.

Aber du wirst durch all die stummen Münder mit mir kommunizieren, mich in die Arme der Verliebten jagen, mir Fallen stellen und mir am End meiner Geschichte aufzeigen wer ich gemeint war zu sein, um auch sie ein Stück weit zu erinnern.

Oh London, wie leer musst du dich fühlen, in den tagtäglich vollen Gassen. Es gibt nur einen Pfeil in Eros Hand und seit 1893 zielt er auf Eure Brustkörbe.  



Love Letters from Paddington

In the alleys of London: where tales need to be written.

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