Letztes Wochenende lernte ich Seollie kennen, ein wunderschönes Mädchen aus Korea. Sie tanzte alleine durch die Nacht in Soho, so auch ich, an einem Samstag, an dem ich mich eher rauszwang um dem Zwang nachzugehen nichts zu verpassen. Sie war faszinierend. Sie tanzte alles auf ihren schwarzen Highheels heraus was sie unter der Woche aufsaugte und zog mich an sie wie ein Magnet, dieser alles aus einem Nadelbett saugte was er an Stichen brauchte um sich lebendig zu fühlen. Wir verbrachten die nächtlichen Stunden unter den Straßen Londons, in der SheBar auf der Old Compton Street.
Ich traf Seollie am nächsten Tag wieder, somit an einem Sonntag, sie nannte es ein Date. Ich holte sie nachmittags von der Bermondsey Station ab, da ich in diesem Stadtteil wohne und wählte den Maltby Street Market für uns. Ja, es war eine romantische Idee! Eine kleine Austern Bar hieß uns Willkommen.
Ich probierte somit die erste Auster meines Lebens und ich bin froh, dass ich noch nie eine zuvor probierte und mir dieses jungfräuliche Erlebnis für diesen Moment aufgehoben habe, für diesen Moment in meinem Leben, in dem ich alleine nach London reiste um hier zu arbeiten und zu leben, wie ich leben möchte, um zu tun was ich tun möchte und mich zu gestalten, wie ich sein möchte, um in meinem Spiegelbild ein Lächeln zu sehen, das ich als einen freien Falken deutete.
Vier, Fünf Tropfen Zitrone, ein Hauch von Chili und die Auster macht ihre letzte Reise auf meiner Zunge, lässt sich von meinem Gaumen ein paar Mal erkunden wie ein Blindenstock einen neu gepflanzten Baum in der Nachbarschaft und verschwand in meiner feuchten, gierigen Kehle.
Ein typischer Londoner Markt, bunte kleine Fahnen über uns tanzend im Wind. In einer kleinen Halle steppen asiatische Frauen gekleidet in 20er Mode, Hosenträger und Schiebermützen auf einer kleinen Holzbühne. Lachen und kommunizieren mit den Händen in den Hosentaschen, sich selbst um die eigene Achse kreisend. Eine Halle daneben, lud ein mit orangenen großen Schirmen, Lampions und riesen großen pinken Federn, wir aßen dort mit Käse überbackene Pommes.
Sie trug einen Jeans Rock und einen Fleecepullover in hellblau, wie der Himmel zwischen den Wolken. Einmal strich ich ihr durchs Haar.
Nach unserem Besuch im Maltby Street Market spazierten wir entlang der Themse, lagen zusammen im Gras und träumten der Tower Bridge entgegen, die ihre Flügel langsam hoch und wieder nach unten legte, als müsste sich diese auch mal strecken. Und Seollie, sie war die Rose in der Brusttasche meines Jacketts.
