Ich schreite die letzten Stufen der Underground den Piccadilly Circus hoch. Ich sehe mich um. Kein Mensch weit und breit. Es liegt ein orangener Schleier in der Luft, es hat geregnet. Dieses bisschen Philosophie des Nasses reflektiert mit den letzten Minuten Sonne, bis sie diesen Tag beerdigt.
Ein Panther zieht mit seinem Gesicht und einem eleganten Gang den Rest seiner Gestalt um das Gebäude. Es tropft Geifer zu Boden, parallel mit den alten Regentropfen des Tages End.
Und ein weiterer Schritt einer glänzenden fetten Pratze schlägt um ein Eck. Das Licht in voller Anmut wechselt von orange zu grün. Zwei schwarze Panther stolzieren jetzt auf mich zu, so langsam wie die Nacht lang. Ich stehe. Ich glaube heute werden all meine Träume wahr. Denn ich sehe die Stadt sich spiegeln in ihrem schwarzen Fell und ich denke mir, sie selbst sehen es nicht.
Vier Augen auf Halb Acht, Sechs Augen auf des Tages End. Kein Platz mehr für Angst. Ein Feuerwerk am Himmelszelt. Wir zucken kurz zu Boden und mir wird bewusst, es ist vollbracht. Es ist zu End. Der dritte und Letzte Panther färbt das Regiment mit seiner schwarzen Ehrfurcht ein. Ich sehe das Erste Mal in seinem schwarzen Fell dass Eros keinen Pfeil mehr in seiner rechten Hand hält. Ich ließ mich auf den nassen Boden nieder.
Keine Menschenseele weit und breit, zwölf schwarze Pfoten, ein Paar schwarze Stiefel. Ich frage mich auf wen Eros in den letzten hundert Jahren zielte und wie wichtig es gewesen sein muss. Ich will nichts weiter in meinem Leben wissen außer das. Ich schrie.
Elegant legte ein Panther sein Haupt auf das Nass. Das Licht war faszinierend, er spiegelte sich eins zu eins auf dem Boden des Piccadilly. Ein weiterer ging auf mich zu. Schwenkte seinen mächtigen Zwischenraum der Augen einmal mal nach links von sich und einmal nach rechts. Nach seiner Beobachtung der Stadt, nach meiner Beobachtung seiner Beobachtung, traf sich unser Blick.
Er traf sich weit entfernt von dieser orange grünen Leere. Er traf sich in Erfüllung. Er traf sich in einem Aufatmen. Er traf sich in einem Endlich. Er traf sich in einem, Höre nie auf, auf mich zuzugehen, wenn du mich angreifst, geh nochmal zurück, um mich nochmal anzugreifen, immer und immer wieder, denn ich sterbe nur einmal. Heute. Sterbe ich mit dir aus meiner Angst heraus. Lass meinen Blick nicht mehr los.
Nichts weiter außer der Sound einer E Gitarre, das Spiegeln des Weiß in den Augen dreier Panther und die Frage nach Eros Pfeil. Doch es schien zu spät. Ich schrie erneut auf. Er stand vor mir. Das Feuerwerk über uns hörte nicht auf zu pochen, genau wie seine Adern auf Höhe des Brustkorbs diese schwarz glänzten. Es wurde immer lauter. Fragen in meinem Kopf ergaben ein Gewitter.
Ich spürte seinen warmen Atem auf meinem linken Augenlid und als er sich so an mein Gesicht schmiegt, stand ich mit aller letzter Willkür auf. Mir wurde erzählt, ich verschwand auf eines schwarzen Panthers Rücken. Und wenn ich dieses so erzählt bekomme, erinnere ich mich an seine knochige Wirbelsäule, wie sie sich auf meinen Rippen Richtung Herz drückte.
Er trug mich über die gefüllte Leere hinfort. Bis wir hinter dem Horizont verschwanden. Gefolgt von zwei schwarzen Katzen.
In meinem Rücken, ein Pfeil.
